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Ana Popovic

Still Making History

Article copyrighted by: Norbert Jäger
Release date of this article: 01.10.2007
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Ana PopovicAna Popovic, am 13. Mai 1976 in Belgrad geboren, ist die Tochter von Milutin und Vesna Popovic. Ihr Vater Milutin liebte den Blues und war Gitarrist und Bassist. Er spielte zuhause oft mit seinen Freunden bei Sessions, wodurch die kleine Ana schon früh mit dem Bluesvirus infiziert wurde. Heimlich hörte sie die Platten des Vaters, schnappte sich seine Gitarre und begann mit ihren ersten Versuchen. Natürlich blieb das nicht lange unbemerkt. Die Eltern (vor allem der Vater) waren sehr stolz auf ihre Tochter und förderten sie. Ana lernte im Lauf der Zeit viel schwarze Musik kennen und analysierte mehr und mehr was auf den Platten zu hören war. Durch die Förderung und ihr großes Talent war sie bereits mit 15 Jahren eine gute Gitarristin. Und so ging es weiter: Mit 19 hatte sie ihre eigene Band “Hush”, die nach nur einjährigem Bestehen zu Auftritten ins Ausland reiste und im Vorprogramm solch großer Künstler wie Junior Wells spielen durfte. Drei Jahre später war sie schon groß im Geschäft und absolvierte 100 Konzerte pro Jahr und trat regelmäßig im jugoslawischen Fernsehen auf. 1998 spielte sie ihr erstes Album “Hometown” ein.

Sie hatte sich inzwischen zu einer vielbeachteten Gitarristin und Sängerin entwickelt, die in vielen Stilen, sei es Blues, Soul, Funk oder Rock, zuhause war. Technisch brillant und mit starkem Ausdruck. Auf der Bühne überzeugte sie schon in jungen Jahren mit einer enormen Bühnenpräsenz. Ehrgeizig wie sie eben ist, ging sie 1999 nach Amsterdam, um Jazzgitarre zu studieren und an ihrer Technik zu feilen. Dieses Studium brach sie jedoch vorzeitig ab, weil sie Angst hatte, durch fremde Stilelemente ihren eigenen Stil zu verwässern. Spieltechnisch hatte sie ohnehin nichts mehr zu lernen. 2000 folgte das Album “Hush”.

Ana Popovic

Comfort to the soul
Im Laufe der nächsten Jahre festigte sich ihr Ruf als großartige Blueserin auch in Dänemark und Deutschland. Bereits 2003 folgte “Comfort To The Soul”, was eine international beachtete Einspielung war und sie bereits auf Augenhöhe mit den großen Bluesmusikern zeigte. Sie bewies auf beeindruckende Weise, wie sie modernen Blues, Rock, Soul und Jazz zu spielen imstande ist. Sie bedient keine Klischees, sondern bringt sich und ihre Sicht der Musik zum Ausdruck. Im gleichen Jahr noch wurde sie für den W.C. Handy Award als beste neue Künstlerin nominiert.

Doch wer Ana kennt, weiß, dass sie mehr wollte. Sie tourte und tourte und trat regelmäßig bei allen großen europäischen Bluesfestivals auf, um weiter an ihrem Erfolg zu arbeiten. Folgerichtig brachte sie 2005 “Ana!” heraus, eine Live-CD, die auch als DVD erhältlich ist und die zeigt, dass sie ihre Musik in gleicher Qualität auch auf der Bühne darzubieten weiß.

Still Making History
Der nächste Schritt war ein Wechsel der Plattenfirma. Sie verließ Ruf Records und ging zu Eclecto Groove Records, einer Tochter von Delta Groove Music. Dort veröffentlichte sie heuer ihren vorerst letzten Streich “Still Making History”. Und der Titel scheint Programm zu sein, denn Geschichte machte sie schon jetzt (und sicher auch weiterhin) als größte moderne Bluesgitarristin.

Wer einen Beweis benötigt, sollte in die neue CD reinhören, denn was Ana Popovic hier als Gitarristin und Sängerin bietet, ist absolute Spitze. Vor allem bei den Bluesnummern gibt es nichts zu mäkeln, aber auch sonst überzeugt sie vollends. Sei es das jazzig angehauchte “Doubt everyone but me” oder die rockigeren Nummern “U Complete Me” und “Hungry”. Gänzlich verblüfft einen Ana Popovic mit “Sexiest Man Alive”, einer Nummer, bei der man glaubt, Prince zu hören, so funky geht es hier ab. Ihr Slideguitar-Solo in “How’d You Learn To Shake It Like That?” gehört zu den Höhepunkten des Albums. Natürlich steht sie mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme im Mittelpunkt der CD, doch läßt sie ihren Mitspielern Raum für Solos, so immer wieder Mike Finnigan an der Hammond B3, wodurch das Album sehr abwechslungsreich wird. Ein überzeugendes Album, das Ana Popovics stilistische Bandbreite zeigt und ihre Könnerschaft als Gitarristin und Sängerin unter Beweis stellt.

Diskografie
Hometown – 1998 (mit der Band “Hush”)
Hush! – 2000
Comfort To The Soul – 2003
Ana! – 2005 (Konzertmitschnitt, auch als DVD erhältlich)
Still Making History – 2007 (Kurzbesprechung [1] hier)

Ana PopovicEquipment
E-Gitarren
FENDER 1960 Stratocaster Relic, Custom Shop
FENDER Stratocaster reissue 1957
FENDER telecaster 1971

Akustikgitarren
MARTIN Vintage Series D-18V
OVATION CUSTOM LEGEND 12-String

Verstärker
MESA BOOGIE Mark IV
MARSHALL 1966
FENDER Vibro King

Effekte
Vox Wah-Wah-Pedal V846
Line-6’ Delay
Boss Chorus
Radial Engineering
Sparkle drive distortion
Ibanez Tube-Screamer

Tourband
Andrew Thomas, Drums, USA
Mik Papadia, B3, Italien
Ronald Jonker, Bass, Holland