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Yasmin Levy: Israels große Ladino-Sängerin
Die Ladino-Sängerin Yasmin Levy wurde in Baaka, einem kleinen, sehr schönen Viertel in Jerusalem am 23. Dezember 1975 geboren. Baaka hat viele enge, alte Gassen. Die Gegend ist noch immer ein lebendiger Bestandteil der Geschichte der Stadt, und für Yasmin ist sie ihr Ursprung.
Sie lebt immer noch im jener Wohnung, in welche ihre Eltern einzogen, als sie gerade geheiratet hatten. Familie und Wurzeln sind ihr sehr wichtig. Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen wird für Yasmin Levy dadurch erleichtert, dass ihr Ehemann Ishay mit ihr arbeitet und reist. Er spielt in den meisten ihrer Shows Darbuka und übernimmt viele logistischen Aufgaben. Wann immer sie frei hat, kehrt sie nach Jerusalem zurück und verbringt Zeit mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern und deren Familien.
Yasmin Levys musikalisches Interesse erwachte bereits als Kind. Mit sechs Jahren erhielt sie Klavierunterricht und setzte dies bis zum Alter von 18 Jahren fort. Mit zwanzig Jahren begann sie zu singen, bereits ein Jahr später hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt als Gast in einem Konzert, das ihre Mutter gab. Weitere lokale Auftritte folgten, bis sie im Jahr 2002 auf der WOMEX ihr internationales Debüt gab und ihre Gesangskarriere ins Rollen kam.
Ihr erstes Album “Romance And Yasmin” konzentrierte sich auf Ladino-Musik mit türkischen Einflüssen und war gekennzeichnet von der Arbeit ihres Vaters Yitzhak Levy. Er wurde 1919 in der Türkei geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach Palästina. Als Erwachsener arbeitete er als Komponist und Kantor. Nach der Gründung des Staates Israel wurde er zum Leiter der Ladino-Abteilung beim israelischen Staatsradio. Sein Lebenswerk war der Sammlung und Erhaltung von Liedern sephardischer Juden gewidmet: Diese Lieder wurden über eine Zeit von 500 Jahren mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Yitzhak Levy starb, als Yasmin gerade mal ein Jahr alt war. Trotzdem wuchs sie mit dem Wissen um die Liebe ihres Vaters zu dieser Musik auf. Sie wusste um sein Erbe, da ihr Vater auch ihrer Mutter Kochava sephardisches Repertoire beibrachte und diese ihr Wissen an Yasmin weitergab. Als Yasmin Levy ihr erstes Album “Romance And Yasmin” vorbereitete, halfen ihr die Bücher und Aufnahmen ihres Vaters enorm, wie sie selbst sagt.
“Die Auswahl ist mir nicht schwer gefallen, zu allen Liedern habe ich eine emotionale Beziehung.” Für ihr zweites Album “La Juderia”, setzte sie sich weiter mit der Ladino-Tradition auseinander, begann aber auch, mit Flamenco-Einflüssen zu experimentieren, mit denen sie in Spanien im Jahr 2002 in Kontakt gekommen war. Im gleichen Jahr erhielt sie ein Stipendium von der “Christina Herren”-Stiftung, um in Sevilla Flamenco zu studieren. Dort wurde sie stark von jenem einzigartigen Gesangsstil beeinflusst, den sie mit ihrem eigenen sepharidschen Stil vermischte.
Im Jahr 2006 tourte Yasmin Levy durch Länder wie Großbritannien, Kanada, Mexiko, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Portugal, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien und Litauen. Zwei Jahre zuvor trat sie bei verschiedenen internationalen Festivals auf, darunter WOMAD in Singapur, “Forum Barcelona” und das “BBC’s New Year’s Day”-Konzert in London. 2005 tourte sie durch Großbritannien, Europa und die USA, performte im “Ronnie Scott’s” in London und spielte auf vielen WOMAD-Festivals in Großbritannien und Spanien. Im November 2005 trat sie in “Later with Jools Holland”, der bekanntesten Musik-Show Großbritanniens auf und beendete das Jahr mit ihrer Debüt-Performance in der “Carnegie Hall” in New York. In den letzten drei Jahren wurde Yasmin Levy jährlich für die BBC World Music Awards nominiert.
Ihr neues Album “Mano Suave” ist eine Rückkehr zu ihren Ladino-Wurzeln. Das Album wurde im Februar 2007 in den Livingston Studios in London aufgenommen, produziert von Lucy Duran und co-produziert von Jerry Boys.
Die Besprechung dieser CD finden Sie hier.

